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Manic Street Preachers

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6. Februar 2012

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Manic Street Preachers

Englands Melodie-Heroen noch einmal auf Tournee – Vier Deutschland-Konzerte im April rund um aktuelle Singles-Collection

Hamburg | Köln | Berlin | München!  Sie gelten als eine der kreativsten Bands des Königreichs. Die Manic Street Preachers aus Wales gehören seit Mitte der 90er zur Speerspitze der britischen Rockmusik. Acht ihrer zehn Studioalben erreichten die britische Top 10, fünf davon sogar die vorderen drei Plätze. Im Oktober erschien ihre Singles-Collection „National Treasures – The Complete Singles“.

Nur wenige Acts in der Geschichte der Rockmusik wurden derart stark durch ihre Herkunft geprägt wie die vier Schulfreunde, die Mitte der 80er die Manic Street Preachers gründeten. Das walisische Arbeiterstädtchen Blackwood ist eine Hochburg des britischen Bergbaus und galt als eine Keimzelle des Widerstands gegen die restriktiven Pläne der Thatcher-Regierung. In dieser aufgeheizten Atmosphäre wuchsen die vier Söhne aus Arbeiterfamilien auf und wurden früh für ein gesellschaftliches Bewusstsein sensibilisiert. So sind die Manic Street Preachers bis heute eine der politischsten Bands Englands.

Dabei bedienten sich Sänger und Gitarrist James Dean Bradfield, Bassist Nicky Wire, Gitarrist Richey Edwards und Schlagzeuger Sean Moore schon immer eines klugen Tricks, um ihre Botschaften zu vermitteln: Mit hinreißenden, häufig geradezu verzaubernden Melodien erschmeicheln sie sich zunächst die Aufmerksamkeit des Hörers, um ihm dann ihre deutlichen Meinungen und unverblümten Texte ins Gesicht zu schleudern. Seit zehn Alben folgen sie dieser besonderen Maxime, die beweist, dass sich intellektuelle Botschaften und Hit-Charakter keineswegs ausschließen müssen.

Großer Erfolg war den Manic Street Preachers von Anfang an beschieden. Gleich ihr Debütalbum „Generation Terrorists“ stieg 1992 auf Platz 13 der britischen Charts. Acht Alben und 15 Singles schafften es in die Top 10. Als das englische Q Magazine zum Jahrtausendwechsel eine repräsentative Leserumfrage nach der ‚besten Band des Jahrtausends’ initiierte, wurden die Manic Street Preachers mit beachtlichem Abstand auf den ersten Platz gewählt.
Der Grund für diesen anhaltenden Erfolg findet sich in ihrer qualitativen Konstanz. Obwohl sich die Manic Street Preachers immer wieder erfinden, bleiben sie ihrem Sound treu. Unbeeindruckt von Trends oder Innovationen folgen sie ihren eigenen Idealen und Visionen. Dass sie damit selbst zu Trendsettern einer walisischen Rockszene avancierten, aus der Bands wie Catatonia, die Stereophonics oder Feeder hervorgingen, belegt ihre Einzigartigkeit.

Nicht minder außergewöhnlich ist ihr Umgang mit Krisen. Als sie vor einigen Jahren kreativ stagnierten, experimentierten sie zunächst auf überraschend klingenden Soloalben mit neuen Ansätzen, um anschließend umso besser zu harmonieren. Selbst die große Tragik ihrer Band-Historie, das spurlose Verschwinden des Gitarristen Richey Edwards, konnten sie in etwas Positives verwandeln: Mit gleich zwei Alben verarbeiteten sie den Verlust des Freundes – der laut Bradfield „noch immer bei uns ist, wenn wir musizieren“.
Die Tournee rund um ihre aktuelle Best-Of-Veröffentlichung „National Treasures“ markiert nun den Beginn einer weiteren Zäsur. Obwohl bereits ein neues Album mit dem Arbeitstitel „70 Songs Of Hatred And Failure“ in Vorbereitung ist, werden sich die Manic Street Preachers nach der anstehenden Konzertreise eine Auszeit nehmen. Denn „National Treasures“ kennzeichnet laut Nicky Wire „das Ende einer Ära. Nicht das Ende der Band, aber wir werden trotzdem für eine Weile verschwinden.“

Foto:  Marek Lieberberg Konzertagentur

Tourtermine:
16.04.2012     Mo.     Hamburg | Markthalle
22.04.2012     So.     Köln | E-Werk
24.04.2012     Di.     Berlin | Huxleys Neue Welt
27.04.2012     Fr.     München | Theaterfabrik

Links:  Manic Street Preachers         Sonic Music

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