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Céline Rudolph – Konzerte 2012

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6. Februar 2012

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Céline Rudolph – Konzerte 2012

Die deutsch-französische Echo Jazz-Preisträgerin aus Berlin belebt mit ihrem hinreißenden Major-Debüt „Salvador“

die musikalische Leichtigkeit des Seins, gekonnt entspannt, phantastisch erotisch, bezaubernd und poetisch, immer mit einem Hauch „Saudade“. Schon die ersten Töne, die ersten Zeilen wirken tief: „Sommerregen in Paris, Wintergarten, Kolibris. Grün, Azur und Türkis, in meinem Paradies.“ Diese Atmosphäre zwischen Lebenslust und süßer Melancholie, die farbintensive lautmalerische Sinneswelt, zieht sich durch das gesamte Album. Die beispiellosen und doch völlig natürlichen Neuinterpretationen der Hits des französischen Chansonniers Henri Salvador hat Céline Rudolph mit den modernen Meistern der Bossa Nova in São Paolo eingespielt, zwischen Paris und Berlin neu betextet und so unaufdringlich wie einfühlsam besungen und ausproduziert. Der Sommer, die Liebe, das Leben, sie sollen kommen – die Musik ist schon hier.

Foto: Gregor Hohenburg

„Diese Musik klingt nach einem wohligen Mit- und Bei-Sich-Sein, nach grundsätzlichem Einverständnis mit dem Dasein“, sagt Céline Rudolph. „Sie strahlt einen glücklichen Blick auf die Welt aus – auch und besonders für das Schöne, die Poesie. Und das selbst noch in den schwersten, dunkelsten Momenten.“ Die Tochter einer Französin und eines weltoffenen und vor allem musikbegeisterten Deutschen sang schon als Fünfjährige den brasilianischen Klassiker „Rosa Morena“ zur LP. Ohne ein Wort zu verstehen. Noch. Ihre Mutter sang zuhause französische Chansons, auf der Blockflöte beherrschte Céline bald Nat Adderleys „Work Song“. Mittlerweile von der Presse als  „Stimme zum Niederknien“ gelobt und von Kollegen wie Bobby McFerrin, Lee Konitz oder ihrem einstigen Lehrer David Friedman hochgeschätzt, gehören Jazz, Chanson und Bossa Nova zu ihrem vertrauten Zuhause.

Es schien also völlig logisch, dass Céline Rudolph sofort zusagte, als ihr ein brasilianisches Label vorschlug, für ihr drittes Soloalbum nicht nur den einen, lange angedachten Chanson von Henri Salvador aufzunehmen, sondern dem Altmeister gleich ein ganzes Album zu widmen. Schließlich hatte der Franzose mit den karibisch-spanischen Wurzeln – ein Tausendsassa, der mit Django Reinhardt musizierte und mit Boris Vian an die 400 Songs komponierte – mit seinem Chanson „Dans Mon Île“ einst so etwas wie die Blaupause für die Bossa Nova geliefert. Und das über vier Jahrzehnte vor seinem Album „Chambre Avec Vue“, welches in Salvadors 83. Lebensjahr, (und mit ein wenig Hilfe von Benjamin Biolay, Keren Ann, Toots Thielemans und Francoise Hardy) zu einem Welterfolg wurde. Im selben Jahr, sprich: 2000, führte die Liebe zur brasilianischen Musik die Sängerin und Song-schreiberin Céline Rudolph nach São Paulo. Hier traf sie den Bassisten und Musikproduzenten Rodolfo Stroeter, eine zentrale Figur der jüngeren brasilianischen Szene. Als musikalischer Katalysator arbeitet er mit Gilberto Gil, Joyce, Milton Nascimento und seit zwei Alben und drei Touren durch Europa und Brasilien auch mit Céline Rudolph.

Direkt nach den ersten Aufnahmen zu „Salvador“, mitten in der Brasilientour im Februar 2010 erreicht sie die Nachricht, dass sie den ersten Echo Jazz als „Beste Sängerin National“ bekommt. Sie selbst konnte es anfangs kaum fassen. Was man ihr wenige Monate später schon nicht mehr anmerkte, als sie so überzeugend wie selbstbewusst zum krönenden Abschluss der Preisverleihung im WDR gemeinsam mit den Echo-Allstars Herbert Grönemeyers „Mensch“ interpretierte. Möglicherweise war auch das der Auslöser, ihre frischen brasilianischen Salvador-Songs ins Deutsche zu übertragen.  Bisher textlich eher im Portugiesischen, Englischen und Französischen daheim – und das oft zu ihren eigenen Kompositionen – vertiefte sich Céline Rudolph nun in ihre „Vatersprache“ und kam immer leichter und ein-sichtsvoller zu diesen wunderschönen, sprachgewandten und poetisch agilen Neuversionen. Darin finden sich jetzt nicht nur Miles Davis, Leonard Cohen oder Anaïs Nin, sondern auch Adonis, Matisse, Pastis, Paradies und Peace. „Ich brauche weiche Sounds“, sagt sie. „Viele Ns, viele Os, viele As. Es muss einen Fluss haben, Wärme und Intimität. Es ist eine Klanggestaltung, ganz wie in meinen geliebten Vokalisen – Text und Sound in einem.“

Das Ergebnis dieser ebenso innovativen wie globalen Bemühungen heißt „Salvador“ und ist unter anderem die Antwort auf die Frage, ob entspannt, sinnlich und musikalisch zusammenfinden können. Der sanfte Rhythmus und die schmeichelnden Gitarren im „Jardin d’hiver“ werden ein „Wintergarten“ voller Träume und Sehnsüchte. Auch „Aussicht“, einst „Chambre avec vue“, sehnt sich sanft nach dem Woanders, dem Wo-möglich, der Ferne; ganz wie auch „Syracus“ oder „Meine Insel“ (Dans mon île), wobei hier das Bild der Insel mit dem eines Mannes poetisch zusammenfließt. Auf Wolke Sieben, überglücklich, ganz high vor Liebe wird der Melodiensegen von „Maladie d’amour“, logisch, zum karibischen „Liebeskrank“. Die Kehrseite ist die „Eifersucht“ (La Jalousie), die sich mit schlimmsten Schmerzen einschleicht, und doch ertragen und ausgehalten wird: „Schau hin, in unserm Haus der Liebe steht/ die Tür weit auf und lässt sie rein/ die schlechte Luft die uns umweht/ den Atem nimmt, das Licht abdreht.“ Zwischendurch lässt sich Céline Rudolph treiben, etwa in „Das rote Boot“, dem zarten „Liebe Mich“ oder „Ohne Plan“.

„Es ist authentisch, so, wie ich die Musik jetzt sehe“, sagt Céline Rudolph. „Es ist für mich ganz natürlich, weil es französisch, brasilianisch, afrikanisch und deutsch auf einmal ist. Es ist so gewachsen, völlig organisch. Und auch wenn ich versuche, Bezüge zu Salvador und seiner Zeit, zu diesem Paris, in dem Juliette Greco und Miles Davis ein Traumpaar waren, herzustellen, ist es nie Retro. Es ist eine Poesie, die wir vielleicht heute nicht mehr so leben, aber trotzdem einwandfrei im Hier und Jetzt.“

Tourtermine:
07.02.2012  – Augsburg –  Parktheater
09.02.2012  – St. Moritz (Schweiz), Miles Davis Lounge
10.02.2012 –  Lörrach – Burghof
11.02.2012  – München –  Ampere / Muffatwerk
17.02.2012 –  Berlin –   A-Trane
18.02.2012  – Berlin –  A-Trane
20.02.2012 –  Kiel  –  Blauer Enge
22.02.2012  – Lübeck  –  CVJM
17.04.2012  – Zürich  (Schweiz), Widderbar
20.04.2012  – Bremen – Jazzahead
21.04.2012  – Bremen – KITO Vegesack
08.05.2012  – Innsbruck (Österreich) -Treibhaus
09.05.2012  – Bregenz (Österreich) -Seelax

Links:   Céline Rudolph

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